Hin
und wieder fielen ein paar Regentropfen auf unser Dach. Ansonsten war
die Nacht ruhig. Aber nicht nur das. Als ich gestern im Bett lag,
öffnete ich kurz vor Mitternacht nochmals die Rollos des Fensters.
Und dabei entdeckten wir, dass es zum ersten Mal seit Ewigkeiten
wirklich dunkelste Nacht war. Ob Rollo offen oder geschlossen machte
absolut keinen Unterschied. Ich begrüsse es zwar, ohne Schlafmaske
zu schlafen und meinen Rhythmus wiederzuhaben. Doch irgendwie war es
schon auch cool als man einfach um 23:30 Uhr noch ein wenig die Natur
beobachten konnte oder gar eine Wanderung um diese Zeit startete.
Doch dies ist am 62. Breitengrad nun endgültig vorbei.
Auch
heute schafften wir es irgendwie sehr lange im Bett rumzuliegen und
sassen erst sehr spät am Frühstückstisch. Mein Hals, welcher mich
gestern schon ein wenig plagte, machte sich heute noch heftiger
bemerkbar. Die Klimaanlage schien mir nicht gut bekommen zu sein.
Doch nach dem Essen sah die Welt schon besser aus und wir brüteten
einen Plan für heute aus. Da das Boot nun nur noch am Wochenende
fährt, waren die Wanderungen im Nationalpark sehr eingeschränkt.
Und die grosse mehrtägige Runde sollte es dann doch nicht sein. Also
musste Ersatz her, welchen wir eine Autostunde südlicher auch
fanden.
Im
Winter verläuft eine Langlaufloipe durch die Wälder am Stadtrand
von Kouvola. Im Sommer zieht sich lediglich eine Schneise durch den
Wald, welche an die winterliche Nutzung erinnert. Und genau dieser
Loipe entlang legte ein findiger Geocacher einen Powertrail mit 69
Dosen plus Bonus. Dies verleitete uns dazu unser Womo auf den
Parkplatz des Langlaufzentrums abzustellen und die Fahrräder zu
satteln. Der Popo schmerzte noch ein wenig von Vorgestern. Davon
liessen wir uns jedoch nicht abhalten und wir starteten auf die
Runde. Wie gesagt handelte es sich dabei nicht wirklich um eine
Strasse oder einen Weg, sondern um eine Loipe. Momentan regierte hier
der Wildwuchs und nur ein schmaler Pfad, wohl von den Geocachern,
führte uns von Dose zu Dose. Mit dem Fahrrad war dies aber ganz gut
zu meistern. Die steilen Anstiege und Schussfahrten forderten uns da
schon mehr. Die Natur gefiel uns dabei aber ganz gut. Mitten im Wald
und keine Menschenseele weit und breit. Ein oder zwei Wolken zogen
zwischendurch vorbei und liessen ein paar Tropfen auf unsere Köpfe
fallen. Ansonsten herrschte optimales Wetter. Nach 25 Dosen wurde
dann auf einer Lichtung an der Sonne auch noch der Hunger gestillt.
So
war alles bestens. Beinahe. Mein Hals machte Probleme und Melanie war
nicht mehr so motiviert, zumal wir noch nicht einmal den Wendepunkt
erreicht hatten. Bei der Nummer 26 bot sich aber eine Abkürzung zur
Nummer 49 an. Wir überlegten hin und her und entschlossen uns, diese
Abkürzung zu nutzen. Schnell radelten wir die 2 Kilometer und
stiegen kurz vor Schluss wieder in den Trail ein. Nun war es nicht
mehr so weit und zwei Feuchtgebiete und diverse Dosen später waren
wir am Womo angekommen. Obwohl wir nicht alle Dosen entdeckten,
konnten wir trotzdem noch den Bonus loggen, welcher auch gleich am
Parkplatz lag. Mein Hals war froh, dass wir uns für die Abkürzung
entschieden hatten. Ein schöner Trail mit guten Caches und Wegen,
doch für heute reichte auch die Hälfte.
Das
nächste Ziel stellte die Stadt Kotka dar. Wiederum eine Stunde
Autofahrt später erreichten wir die Stadt und blickten endlich
wieder über das Meer. Das hatten wir echt schon lange nicht mehr
gesehen, die vielen Seen in Finnland trösteten aber bisher gut
darüber hinweg. Wir machten eine kleine Tour durch die Stadt und ich
kaufte mir einen Bluetooth-Lautsprecher, welchen ich schon lange
kaufen wollte und welchen man dank einer Aktion bei DNA wohl niemals
wieder zu diesem Preis erhalten wird. Einen Virtual-Cache später
machten wir uns schon wieder auf die Weiterfahrt.
Auf
einem schönen Picknickplatz an einem Fluss kamen wir wieder zum
Stillstand. Überraschend war das kleine Dorf, welches sich gleich
hier in der Nähe befindet. Dieses werden wir morgen sicherlich noch
besichtigen fahren. Ansonsten haben wir nämlich noch keine Pläne.
Der einzige Programmpunkt ist höchstens, eventuell das mit dem Hotel
in St. Petersburg noch zu organisieren. Das Reisebüro der
Fährgesellschaft schrieb uns nämlich eine Mail, dass sie das schöne
Hotel, welches wir buchten, nicht mehr reservieren konnten, da es
schon ausgebucht ist. Sie präsentierten uns jedoch eine sehr gute
Ersatzlösung welcher wir heute Abend per Mail zustimmten. Mal sehen
ob das so einfach klappt oder ob wir da morgen nochmals ran müssen.
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