Sonntag, 24. Juni 2018

Ein regnerischer Tag in Bergen

Spontan überkam mich gestern Abend noch die Lust nach Sport. Dem muss man immer nachgeben und so fand ich mich schon bald in meinen Sportklamotten wieder, während Melanie im Womo blieb. Ich lief durch das schöne Dorf, immer weiter bergauf. Dort angekommen wollte ich auf einen Trampelpfad wechseln, der jedoch mit AlpineT3 angegeben und definitiv zu rutschig war. Also zurück ins warme Womo und ab unter die Dusche. Den Rest des Abends verbrachten wir beide im Bett, immer in der Hoffnung aus dem Fenster die Feuer zu entdecken. Leider war am ganzen Fjord kein Einziges auszumachen. Ob das an der Waldbrandgefahr lag können wir nicht sagen aber es könnte sein. Wir zogen schon bald unsere Schlafmasken auf und kuschelten uns unter die Decke.

Stockdunkel war es als heute früh der Wecker erklang. Dieses Gefühl hatte ich schon Ewigkeiten nicht mehr. Man kann definitiv ohne Schlafmaske schlafen, man gewöhnt sich schnell an das Helle, aber mit war es einfach besser. Ein Blick aus dem Fenster zeigte, dass auch heute durchzogenes Wetter zu erwarten ist und so beeilten wir uns nicht besonders vom Platz wegzukommen.

Wir folgten weiter dem Fjord und schwebten schon bald über die Fykesundbrua. Die einspurige Hängebrücke war nicht die kostengünstigste. So hielten wir dahinter wenigstens an, fotografierten die Brücke und den vor uns liegenden Fjord. Langsam näherten wir uns so dem Ziel, welches ich morgens ins Navi programmiert hatte. An dieser Entsorgungsstelle wollten wir das Abwasser leeren und Wasser nachfüllen – nach dem Duschen gestern Abend wohl nötig. Wir fanden uns am Parkplatz einer Kirche wieder. Melanie bemerkte schnell, dass ich eine Linie verrutscht war, wir uns an einem Übernachtungsplatz befinden und die Entsorgungsstelle schon lange passiert war. Naja – ich hoffte, dass bald die Nächste kommt. Hier in Norwegen sind die ja vielzählig 



So lenkte ich unser Womo eben zuerst zum Steindalsfoss. Unser Reiseführer pries diesen Wasserfall als „kleinen“ Wasserfall an, welcher noch toll wäre, da man hinter ihm durchgehen kann. Das klang irgendwie süss und romantisch. An den Koordinaten angekommen aber wieder das bekannte Bild. Riesiger Parkplatz voller Reisecars, Besucherzentrum und eine Menschentraube welche sich um den schönen Wasserfall versammelte. Da es auch gerade regnete blieben wir noch kurz im Womo. Und plötzlich waren immerhin die Cars und Menschen wie verschwunden. So konnten wir den Wasserfall – der übrigens gar nicht so klein war – in Ruhe geniessen. Hinter dem fallenden Wasser durchzugehen und die Gewalt eines solchen Sturzes zu spüren ist schon etwas ganz spezielles. Wir schossen Fotos, suchten und fanden einen Geocache und stöberten ein wenig im Souvenirladen. Wir waren schon zurück am Womo als wieder der Regen einsetzte. Super Timing um weiterzureisen. 




Wir bewegten uns in Richtung Osoyro. Diesen Südzipfel der Halbinsel merkten wir uns einfach als Wegpunkt um auf dem richtigen Wege nach Bergen zu kommen. Das Städtchen war grösser als gedacht und so bot es auch eine Entsorgungsstelle, womit ich meinen Fehler wiedergutmachen konnte. Während dem Entsorgen bemerkten wir zudem, dass die Stadt hier ein offenes WLAN bietet. Das freute uns sehr, denn so konnten wir einige Dinge erledigen. Unser spezieller Trip, welchen wir später auf unserer Reise noch vor uns haben, wollte geplant werden. Aber auch weitaus unangenehmere Dinge standen auf der To-Do-Liste. So mussten im E-Finance die Rechnungen bezahlt und vor allem die VISA wieder aufgeladen werden.

Ein weiterer Halt führte uns zum Lysekloster. Viel ist von dem Kloster aus dem Jahre 1146 nicht mehr vorhanden. Erst 1930 wurde das vergessene Kloster neu entdeckt und restauriert. Ein paar Bogen des Laubenganges, diverse Mauerrest und ein paar wenige Gräber zeugen jedoch heute noch von dem imposanten Bauwerk, welches hier einmal gestanden haben muss. Wir besichtigten die Stätte und fragten uns wie und ob die heidnischen Wikinger wohl zum katholischen Kloster bekehrt wurden. 



Nun waren wir aber bereit uns nach Bergen zu begeben. Wir näherten uns der Stadt von Süden und machten uns auf den Weg zum Hafen. Dort in der Nähe hatten wir Hoffnung auf einen Parkplatz. An Sonntagen sind diese kostenlos und oftmals auch nicht überfüllt. Der Verkehr in der Stadt war aber auch heute eher mühsam und wir kämpften uns durch viele Autos und noch mehr Reisecars über die katastrophalen Strassen der Stadt. Die zweitgrösste Stadt Norwegens (beinahe 300'000 Einwohner) ist zugleich auch die regenreichste Stadt des Landes, was sie uns gleich bei Erreichen des Hafens demonstrierte. Wir fanden immerhin einen Parkplatz und luden unsere Räder vom Träger. Wir starteten in Richtung Altstadt um uns dort umzusehen. Die Läden waren natürlich alle geschlossen und die Altstadt nicht wirklich gut besucht. Das war uns jedoch sowieso lieber. Shopping liegt nicht drin und wenig Leute hat uns noch nie gestört. Wir entdeckten vor allem viele Restaurants, was unser Hungergefühl in die Höhe schnellen liess. Doch wir gaben nicht nach und stapfen weiter durch den Regen-Nebel-Mix. Wir besichtigten Parks, Seen und Gebäude ehe wir uns an den wohl bekanntesten Teil der Stadt wagten.






Dieser Teil nennt sich Bryggen und besteht aus den 1343 errichteten Hansekontoren der Hanse. Der korrekte Name des Quartiers, welches ein UNESCO Weltkulturerbe darstellt, wäre eigentlich Tyskebryggen – deutsche Brücke. Doch nach der Besetzung der Deutschen im zweiten Weltkrieg waren (oder sind?) die Deutschen nicht sehr beliebt in Norwegen. Deshalb wird das Quartier nur noch Bryggen genannt. Noch knapp über 60 Gebäude stehen in diesem Stadtteil und als wir Bryggen betraten, fühlten wir uns in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt. Klar – jeder kennt Altstädte. Die von Zürich. Bern, Luzern und vielleicht auch ein paar bedeutende in Europa. Doch dies hier ist komplett eine andere Welt. Die schiefen Holzhäuser schreien die Geschichten in die schmalen Durchgänge. Kein McDonalds, kein H&M und kein Primark – nur traditionelles Handwerk bietet hier seine Waren und Dienstleistungen an. Der Boden besteht aus Holzdielen. Die Häuser sind alle im Originalzustand. Ja es ist wirklich ein Ort wie wir ihn noch nie erlebten. Wir erkundeten jede Gasse des geschichtsträchtigen Teils von Bergen. Es dauerte eine Weile ehe wir an den alten Hafen heraustraten und Bryggen von vorne betrachteten. Die Häuserfassaden sind weltbekannt und schmücken jedes Souvenir und jede Postkarte von Bergen. Doch die Fassaden mögen nicht mit dem Inneren mithalten. Obwohl sie wunderschön sind. Doch solche Fassaden sind für Norwegen typisch und sieht man des öfteren. Was hinter der Fassade schlummert ist jedoch unvergleichbar. 






Nach der Besichtigung des Hansekontors (Bryggen war nie eine Hansestadt, sondern Lübeck unterstellt) waren wir langsam so richtig durchfroren. Die neuen Regenjacken hielten immerhin zuverlässig die Nässe fern – doch so richtig Lust hatten wir nun keine mehr. Auch hier zu essen schien uns nun unnötig und dies obwohl die Restaurants hier erstaunlich günstig waren. Wir machten uns zum Womo und traten in die warme Stube. Immer wieder ein geniales Gefühl. Da noch genügend Zeit war und die Nacht auf dem Stellplatz in Bergen beinahe 20 Franken kosten würde, entschlossen wir uns noch eine Stunde weiter auf unserer Route zu reisen. So stehen wir nun nördlich von Bergen bei einer Kirche auf dem Hügel. Ein Platz mit traumhafter Aussicht – so steht es im Reiseführer. Wir sehen leider nur Nebel. Doch auch so werden wir den Abend geniessen und den Sonntag bei einem Bierchen und Gemütlichkeit ausklingen lassen.

Samstag, 23. Juni 2018

Voringfoss und Tveitafoss - zwei traumhafte Wasserfälle

Schon nach Absenden des Blogs ging es gestern noch zum Rema 1000 in Odda. Es dauerte eine Weile ehe wir den besten Platz für guten WLAN-Empfang auf dem Parkplatz gefunden hatten. Doch auch mit bestem Empfang wurde leider nichts aus Fussball-WM. SRF und 20Minuten dürfen aufgrund Rechten und Lizenzen nur innerhalb der Landesgrenzen senden. Und die Norweger interessieren sich ja nicht wirklich für die WM und kein Sender strahlte das Spiel Schweiz gegen Serbien aus. Wir erledigten also noch ein paar andere Dinge im WLAN und kurz nach dem 1:0 der Serben machten wir uns wieder auf den Weg zu unserem Schlafplatz. Dort zogen wir die Rollos zu und legten uns mit den Tolinos ins Bett. Die Schweiz konnte noch knapp ausgleichen, ehe wir einschliefen. Der Tag hatte uns doch ganz schön fertig gemacht.

Der Tag heute startete mit der guten Nachricht, dass die Schweizer Nati gegen Serbien doch noch ein zweites Tor schiessen konnte und den eigenen Kasten dicht hielt. Nach dem Lesen der Medienberichte wussten wir zwar nicht mehr ob jetzt die Schweiz oder Albanien dieses Spiel gegen Serbien bestritt – doch diese Diskussion ist ja langsam so alt und ausgelutscht, dass wir uns lieber dem Frühstück widmeten.

Es war doch schon wieder 10 Uhr als wir unser Navi mit den Koordinaten des nächsten Haltes fütterten. Trotzdem waren wir heute ausnahmsweise die Ersten, welche den Platz verliessen. Unsere Nachbarn aus Spanien und Deutschland hatten alle noch die Fenster verdunkelt als wir leise vom Parkplatz rollten. Unser erstes Ziel lag eine gute Stunde entfernt und hiess Tveitafoss.

Diesen Wasserfall mussten wir uns wieder erwandern. Doch vom Parkplatz waren es gerade einmal zwei Kilometer auf einer breiten Schotterstrasse. Anfangs sah das Ganze noch eher nach Altersheim auf Ausflug aus, doch mit der Zeit lief es immer runder. Warmgelaufen war dann alles kein Problem mehr und wir konnten den Wasserfall schon bald hören. Nur ein paar Kurven später entdeckten wir dann auch die weisse Gischt durch die Bäume hindurch und standen kurz später am Fusse des Falls. Wieder ein wirklich wundervoller Wasserfall, welchen wir hier vor uns hatten. Doch ebenso wundervoll war die Tatsache, dass kein Tourist hier war. Niemand. Nur wir beide und der Wasserfall. Wir konnten Fotos schiessen, ohne den Nächsten hinter uns zu wissen, welcher bald an der Reihe sein möchte. Kein Gerede, welches versucht den Wasserfall zu übertönen. Einfach nichts. Wir haben dies heute echt sehr genossen und verbrachten einen Moment an dem ruhigen Ort. 



Heute standen wieder einige Kilometer auf dem Programm und so war auch das nächste Ziel eine Stunde entfernt. Wer denkt, dass wir ja nur fahren und das langweilig ist, der irrt jedoch. Das Fahren hier in Norwegen ist wunderschön und Bestandteil der tollen Reise. So viel entdeckt man bei Fahrten entlang der Fjorde, Seen, Flüsse und durch die Berge. Nie wird es einem langweilig und um überall anzuhalten reicht die Zeit ja dann doch nicht. Zudem wird während dem Fahren ja auch viel gequatscht und gesungen bei uns im Womo. Und dann gibt es Streckenteile wie die letzten 20 Minuten vor dem Parkplatz, welcher mit unserer Zielfahne im Navi markiert war.

Viele Höhenmeter mussten wir uns nämlich auf den Hardangervidda- Gebirgszug kämpfen. Dies taten wir durch diverse Tunnels, viele Kurven, einige Serpentinen und sogar einen Kehrtunnel (Spiralen lässt grüssen). Oben angekommen parkten wir auf dem Gratisparkplatz des Voringfoss und orientierten uns erst einmal. Wir entdeckten schon bei der Anfahrt einen Aussichtspunkt ca. 200 Meter weiter die Strasse runter. Doch dieser schien nicht so interessant zu sein und die Leute standen schon wieder dicht an dicht. Vom Parkplatz aus sah man jedoch auch nicht mehr als eine Schlucht, aus welcher weisser Wassernebel und unheimliches Getöse drang. Den besten Blick auf den Voringfoss soll man sowieso vom Fossli Hotell haben, das jedoch 1500 Meter weiter die Strasse hoch lag. Dort sind alle Parkplätze gebührenpflichtig und mit über 5 Franken pro 30 Minuten auch nicht gerade günstig. Was machen wir bei so einer Situation? Richtig – wir wandern. Ein Trampelpfad führt nämlich vom unteren Parkplatz zum Hotel hoch. Und dies war die beste Entscheidung. Wir wanderten hier wieder komplett alleine. Keine Menschenseele weit und breit. Erst entdeckten wir dabei den Wasserfall von einer ungewöhnlichen Perspektive. Von oben sahen wir wie die Wassermassen in ein riesiges, tiefes Loch stürzten und einfach verschwanden. Man sah keinen Ausgang oder wo das Wasser hinfällt – als ob die Erde das Wasser verschlucken würde. Ich versuchte Fotos zu schiessen doch die unglaubliche Dimension des Loches wirkt auf keinem Foto so wie wenn man davor steht.

Nur ein paar Meter weiter durften wir dann auch den ersten Blick auf den Voringfoss und das Tal werfen, in welches er Fällt. Wir waren sprachlos. Das Wasser, die dunkeln Felswände, das viele Grün. Natur pur und wir beide ganz alleine Mittendrin. Wir konnten es beinahe nicht glauben einen so schönen Ort gefunden zu haben. Ich schoss Foto um Foto und konnte fast nicht mehr aufhören. Ein echter Traum.

Doch nun wollten wir doch noch zum Hotel. Dort wurde aus viel Stahl eine riesige Aussichtsplattform erstellt. Klar bittet man hier den Touristen zur Kasse. Kommt man jedoch vom Trampelpfad so mogelt man sich einfach mittendrin in das Wirrwarr aus Flächen, Stegen und vor allem Touristen. Doch man muss zugeben: die Sicht von hier oben war nochmals richtig richtig überwältigend. Man blickt an ein Bergpanorama, über die Ebenen des Hardangersvidda, das tiefe, grüne Tal und den unglaublichen 185 Meter hohen Wasserfall. Und es ist dabei echt einmal was anderes einen Wasserfall von oben zu betrachten. Wie von einem Hubschrauber aus überblickt man hier gefühlt die Welt. Doch so oder so mussten wir uns wieder auf den Rückweg machen, welcher uns wieder über den Trampelpfad nach unten führte. Knappe 15 Minuten dauert Marsch über den gut ausgetretenen Trampelpfad – und trotzdem begegneten wir auch beim Abstieg keiner einzigen Person. 






Im Womo angekommen, wurde auch schon das letzte Tagesziel, der Schlafplatz, ins Navi programmiert. Da dieser wieder über eine Stunde entfernt lag, beschlossen wir uns noch kurz das Womo zu reinigen. So kann sich die Batterie über die 130 Kilometer wieder vom Staubsauger erholen und aufladen. Danach ging es über die Serpentinen und Tunnels wieder zurück. Wir passierten einen unterirdischen Kreisel – nach dem Zuhause in Frauenfeld der zweite den wir nun kennen – und die riesige Hardangersvidda-Brücke. 17 Franken Maut wurden uns hier abgeknöpft. Immerhin wurde uns danach nochmals ein unterirdischer Kreisel vorgesetzt und wir kennen nun deren drei. Wir machten uns noch kurz auf in den Coop um Brot für morgen zu kaufen und entdeckten komischerweise günstiges Bier. Bei knapp über 3 Franken pro Halbliter gönnte ich mir gleich ein 6-Pack und so bin ich die nächsten sechs Wochen mit Sonntags-Bier versorgt.

Nun stehen wir an einem tollen Picknickplatz direkt am Fjord. Neben uns haben sich noch zwei Portugiesen niedergelassen und auch ein komisch buntes Womo steht noch auf der anderen Strassenseite. Sowas wäre doch auch mal was.



Heute ist es zudem wichtig an einem Fjord zu stehen. Heute ist nämlich Mittsommerfest in Norwegen. Mit einem der grössten Feste des Jahres wird die Sommersonnenwende und damit der längste Tag des Jahres gefeiert. Doch der war doch schon am 21. Juni? Ja das stimmt. Doch zu Zeiten des Julianischen Kalenders war die Sommersonnenwende am 23. Juni. Erst viel später wurden aus unserem Kalender zwei Tage entfernt und der längste Tag somit auf den 21. Juni verschoben. Die nordischen Länder (Norwegen, Schweden, Finnland) feiern das Fest jedoch noch heute am 23. Juni. Somit hat man am Datum festgehalten anstelle des astronomischen Vorgangs, was ja eigentlich logischer gewesen wäre. Für die Menschen in den skandinavischen Ländern ist der heutige Tag ein Feiertag und man hat frei um sich mit seiner Familie zu treffen und sich ein Plätzchen an einem Fjord, See oder am Meer zu suchen und zu reservieren. Dort wird gegrillt, gegessen und gefeiert. Spätabends werden dann überall an den Ufern Feuer entzündet, welche die bösen Geister vertreiben sollen. Wir sind gespannt ob wir von unserem Platz am Fjord hier etwas sehen werden. Zum Einen ist es ja hell – die ganze Nacht – und somit sieht man die Feuer nicht so wie Augustfeuer in den Schweizer Bergen zum Beispiel. Zum andern gilt hier in Norwegen nach dem heissen Mai noch immer Waldbrandgefahr. Ob diese mit dem schlechten Wetter nun aufgehoben wurde wissen wir nicht. Da wir in den Norden fahren, werden für uns die Tage trotz Sommersonnenwende auch in Zukunft immer länger. Darum haben wir uns heute im Laden auch Schlafmasken gekauft – für en tüüfe gsunde Schlof.

Freitag, 22. Juni 2018

Trolltunga - ein Traum geht in Erfüllung

Früh ging heute der Wecker. Um ganz genau zu sein war es 05:20 als der nervige Piepton ertönte. Doch heute freuten wir uns aufzustehen. Ja heute war es soweit und ein kleiner Traum sollte wahr werden. Wir erwandern die Trolltunga.

Wir trafen uns mit unseren Womo-Nachbarn vom Parkplatz um kurz nach 6 und spazierten gemütlich zum Hafen von Odda. Der Bus wartete schon auf uns und pünktlich um 06:30 startete unsere Reise in Richtung Tyssedal. Als wir diese kleine Ortschaft passiert hatten, ging es über eine schmale Strasse zum für Womos gesperrten Wanderparkplatz. Der gemütliche Teil sollte da enden, wir entstiegen dem Bus und blickten auf einen wahrlich knackigen Anstieg.

Eine Strasse windet sich mittels 16 Serpentinen die ersten 400 Höhenmeter hinauf. Diese vier Kilometer waren vor allem für den Kopf gemein. Die geteerte Strasse bietet einen Zugang zum ganz obersten Parkplatz für die ersten 30 Autos des Tages. 600 NOK (also gegen 65 Franken) muss man aber bereit sein, für 12 Stunden in den Parkscheinautomat zu werfen. Aber man erspart sich die 4 Kilometer und kürzt die Wanderung somit von 28 km auf total 20 km ab. Auch bei den Höhenmetern wird man den Unterschied von 1200 oder 800 merken. Das Einzige was uns überraschte, war, dass der Parkplatz noch immer Platz zu bieten schien. Mit Schamesröte fuhren die Autos nämlich noch immer an uns vorbei. Es waren vier oder fünf Stück während diesen ersten 45 Minuten. Also schien sich der Ansturm noch in Grenzen zu halten. Ob dies am Wetter lag? Es war bewölkt. Aber trocken und angenehm warm. Eigentlich optimales Wanderwetter.

Auf dem ersten Plateau angekommen, änderte sich der Weg dann in einen gut ausgetretenen und unterhaltenen Wanderweg. Wir sahen nicht viele Leute vor uns wandern, was uns positiv stimmte. Die in den Blogs oft erwähnte Menschen-Polonaise blieb anscheinend aus – aber man soll den Tag ja nicht vor dem Abend loben.

Wir hatten auch heute wieder ein ganz ordentliches Tempo drauf und überholten viele Leute. So konnten wir uns doch noch den einen oder anderen Fotohalt erlauben. Denn auf dieser Wanderung ist definitiv nicht nur das Ziel ein wundervoller Punkt. Nein schon der ganze Weg bietet einem viel Abwechslung in der Landschaft und immer wieder einen traumhaften Blick auf den künstlichen Stausee im tiefen Tal.



14 Kilometer, 3 Stunden und viele Höhenmeter später konnte es nicht mehr weit sein. Wir waren voller Vorfreude als wir die vielen bunten Regenjacken sahen, welche hier überall am Boden sassen. Hier muss sie also sein. Die Trolltunga. Ein Felsvorsprung, welcher vor Jahren noch zu den Geheimtipps in Norwegen gehörte. Dies änderte sich jedoch dank Facebook und Instagram, da die Tolltunga ein wundervolles Fotomotiv abgibt. So muss man sich heute schon gerne einmal 45 Minuten bis zu 2 Stunden für ein Foto anstellen. Als wir auf die Schlange blickten, waren da aber gar nicht so viele Leute. Doch jeder benötigt hier locker 5 Minuten ehe er sämtliche Posen durch hat und so warteten auch wir 20 Minuten. Damit wir auch zusammen aufs Foto konnten, suchten wir uns einen Fotografen aus, welcher die Bilder von uns machen sollte. Uns fiel dabei ein Italiener auf, welcher ganz energisch seinen Freund fotografierte. Dieser schien uns geeignet und so vertrauten wir unsere teure Kamera seinen Händen an.

Als wir endlich dran waren, kribbelte es schon ein wenig im Bauch. Das gesamte Felsplateau lag vor uns und war die nächsten Minuten nur für uns reserviert. Nur wir, der Fels, die grandiose Aussicht und der See 1000 Meter unter uns. 1000 Meter direkte Falllinie. Nur Luft und nichts anderes. Was für ein Gefühl von Freiheit. Wir machten Fotos einzeln und zusammen, stellten uns mitten auf die Trolltunga und natürlich setzten wir uns auch an die Kante und liessen die Füsse in die Tiefe baumeln. Dies ist zwar seit Neustem durch ein Schild verboten, jedoch im Gegensatz zum Preikestolen hier gar nicht gefährlich. Dort trauten wir uns vor Wochenfrist nicht, uns auf die gerade Platte zu setzen. Hier ist das Plateau nach hinten geneigt und der Körperschwerpunkt liegt trotz Tiefe sehr weit hinten. Man merkt, dass wenn man kippen würde, dies nach hinten geschehen würde. Die Minuten auf der Plattform vergingen wie Sekunden ehe wir das Feld den Nächsten räumten. 








Unser Fotograf hat super Arbeit geleistet und tolle Fotos von uns geschossen. Wir unterhielten uns noch eine Weile, ehe er und sein Freund sich auf den Abstieg machten. Die beiden hatten die Nacht hier oben im Zelt verbracht und waren durchgefroren. Harte Kerle. Aber Zeit haben die Italiener ja – müssen sie ja keine Fussballspiele der WM anschauen ;)

Wir gönnten uns nun erstmals trockene Kleidung. Der Wind war immer stärker geworden und bissig kalt. Vor allem wenn man durchgeschwitzt ist vom Anstieg. Aber deswegen hatten wir vorgesorgt. Wir suchten uns also ein windgeschütztes Plätzchen, bei welchem wir uns auch gleich unsere Brote gönnten. In der Zeit kamen auch unsere deutschen Nachbarn an und schossen ihre Fotos. Doch auch ihnen war schon bald kalt und so machten wir uns zusammen auf den Abstieg. Auf diesem liessen wir uns mehr Zeit, quatschten ein wenig über Gott und die Welt und schossen noch Fotos und Videos. Unser Bus zurück fuhr erst um 17:00 und so mussten wir uns nicht gross beeilen. 




So war es dann auch erst knapp 16:00 als wir am Parkplatz ankamen. Die letzten vier Kilometer die Serpentinen runter waren wie gedacht schon schlimm. Alles tut einem weh und der öde Weg und die vorbeirauschenden Autos geben einem den Rest. Doch was will man machen. Ich freute mich jedenfalls auf ein Bier im Tal. Leider war dann aber der Kiosk leider geschlossen. Doch ich hatte Glück und kurz nach 16:00 öffneten sie wieder ihre Tore und ich kam an mein wohlverdientes Bier. Das Bier war mein erstes in Norwegen gekauftes Bier. Und trotzdem mit 800 NOK (9.50 Franken) die teuerste 0,5 Liter Carlsberg Dose, die ich mir je gekauft habe. Aber heute war mir das egal. Ich war nur happy diese Wanderung geschafft und diesen wundervollen Ort besucht zu haben.

Der Bus rollte uns zurück und wir machten es uns schon bald in unserem Womo bequem. Die Füsse wurden von den schweren Schuhen befreit und die Mägen wieder aufgefüllt. Jetzt ist 19:00 und wir sind total durch. Heute Abend spielt die Schweiz an der WM noch gegen Serbien und wir überlegten uns gerade, ob wir noch zum Rema 1000 hier ums Eck fahren und uns das Spiel im offenen WLAN dort ansehen. Mal sehen wie die Welt in einer Stunde aussieht. Die letzten Stunden sah sie auf alle Fälle aus wie im Traum.

Donnerstag, 21. Juni 2018

Wasser von allen Seiten (ohne Regen) - der Weg nach Odda

Wie wir gestern eingeschlafen waren, so erwachten wir heute. Unter dem wachenden Blick der Freiheitsstatue. Doch weshalb steht sie nun hier? Ich versprach es aufzulösen. Dafür machten wir uns heute nach dem Frühstück auf den Weg zum nahen Museum. Dieses hatte zwar noch geschlossen, doch den wichtigsten Teil konnten wir auch von ausserhalb betrachten. Ein tiefes Loch, mit Wasser gefüllt und ein paar Grubenwagen erinnern hier an längst vergangene Tage. An Zeiten in denen hier in Visnes eine der grössten Kupferminen Europas tonnenweise Kupfer ans Tageslicht förderte. Unter anderem gingen grosse Mengen dieses Kupfers nach Frankreich. Frankreich wiederum benötigte dieses Kupfer um ihr grosses Geschenk an die USA zu vollenden – die Freiheitsstatue. Die Aussenhülle, welche über einer Stahlkonstruktion angebracht ist, besteht nämlich aus Kupfer. Und als Erinnerung daran steht hier nun eine Miniaturausführung dieser Lady. 



Wir machten uns nach diesem Geschichtsabstecher auf den Weg in den Süden der Halbinsel. Dort entdeckten wir wie beschrieben die tollsten Badestrände seit langem. Feiner, weisser Sand, lag zu unseren Füssen und das Meer spülte die Wellen an die einsamen Strände. Im Kontrast zu den Felsen und grünen Gräsern sahen die beiden von uns besuchten Strände einfach wunderschön aus. Doch vergessen sind die heissen Maitemperaturen welche uns in Schweden ins Schwitzen brachten. Auch hier im Süden von Norwegen soll es vor ein paar Wochen so heiss gewesen sein, heute mussten wir uns aber schon über 13°C freuen. Der kalte Wind umwehte auch heute die Küste und somit war nichts mit gemütlichem Sonnen, Lesen und Planschen. Aber wir kennen das Problem ja schon von Irland: die tollsten Strände aber das falsche Wetter. 




Nachdem wir die Südspitze der Halbinsel Karmoy erreicht hatten, machten wir uns über die Ostküste wieder auf den Weg in den Norden und nach Haugesund. Wir entdeckten auch hier einen tollen Platz um sich mit dem Wohnmobil einfach so hinzustellen. Wir stellten uns neben einen Norweger und genossen den Ausblick aus dem Womo. Wir nahmen spontan unsere Tolinos zur Hand, genossen die wärmenden Sonnenstrahlen, welche durch die Fenster drangen. Nach einer halben Stunde verliessen wir den schönen Platz um uns nur ein paar Meter weiter den Haraldshügel anzusehen. 1832 wurde dieses Denkmal zum 1000sten Jubiläum der ersten Reichseinheit Norwegens errichtet. Der 17 Meter hohe Obelisk wird von 29 kleinen Steinsäulen eingerahmt, welche für die unterlegenen Fürsten stehen. Gleich neben dem Denkmal befindet sich auch der Camping von Haugesund. Die Womos stehen hier dicht beieinander und blicken auf eine nicht so wundervolle Bucht, wie sie es 300 Meter weiter für gratis tun würden. Aber muss ja jeder selber wissen. 




Wir fuhren schon bald weiter in den Norden. Ja es war noch nicht einmal Mittag und wir hatten schon so viel gesehen. Das lag daran, dass wir heute tatsächlich um 7 aufgestanden waren. Zum Einen wollen wir morgens wieder ein bisschen besser aus den Federn kommen um mehr vom Tag zu haben und zum Andern klingelt der Wecker morgen noch früher... aber dazu später.

Unser Mittagessen nahmen wir uns auf einem momentan eher unbenutzten Firmenareal an einem Fjord zu uns. Mit einer so wundervollen Aussicht schmeckt einfach jede Mahlzeit doppelt so gut. 



Weiter ging es gegen Norden, wo zwei grosse Wasserfälle auf uns warteten. Als erstes der Langfoss, welcher uns hinter einer Kurve plötzlich überraschte. Von hoch herab stürzen hier die Wassermassen unter der Strasse hindurch. Das ganze Ausmass wurde uns erst bewusst, als wir aus dem Auto stiegen. Sofort bewaffnete ich mich mit Kamera, Stativ, Filtern und diversen Objektiven und mischte mich unter die anderen Fotografen am Wasserfall. Nachdem das Licht erst überhaupt nicht mitmachen wollte, drückte die Sonne doch noch ein wenig und liess den Wasserfall wundervoll glänzen. 




Nicht weniger spektakulär war der Latefoss, welcher nur ein paar Kilometer nördlicher ebenfalls unter die Strasse fällt. Dieser Zwillingswasserfall ist genauso besucht, bietet jedoch nur wenige Parkplätze. Zudem sind die besten Fotoplätze auf der Fahrspur mitten auf der Brücke. Verkehrschaos und der Einsatz der Hupe sind hier vorprogrammiert. So hatten wir es nach ein paar wenigen Fotos gesehen und wollten uns auf die Weiterfahrt begeben. Wäre da nicht ein Reisecar gewesen, welche einfach quer hinter alle anwesenden Fahrzeuge geparkt hatte. Nachdem der alle Schäfchen wieder eingeladen hatte ging es aber weiter.



Odda wartete auf uns. Die Kleinstadt versprach uns einen gratis Parkplatz zum Übernachten und einen guten Ausgangspunkt zur morgigen Wanderung. Wir mussten nur noch zwei kleine Probleme beheben. Melanies Wanderhose ging in den letzten Tagen leider kaputt und muss ersetzt werden. Zudem haben wir bei der Wanderung zum Preikestolen gemerkt, dass unsere Regenjacken ihr Alter auch schon überschritten haben. Auch das Imprägnieren brachte überhaupt nichts mehr. Die morgige Wanderung wird lange und obwohl Sonne vorhergesagt ist, weiss man ja nie. Also suchten wir einen Sportladen und fanden in der Kleinstadt diverse Läden vor. Heute war zudem Abendverkauf und alle Läden hatten bis 18:00 geöffnet (nein das ist kein Witz – ansonsten ist hier sogar schon um 17:00 Feierabend). Wir entdeckten ein Sport-Outlet, welches uns Outdoorklamotten grosser Marken mit 50% Rabatt versprach. Und dieses Versprechen wurde gehalten und wir konnten alle drei Kleidungsstücke für knappe 130 Franken erstehen.

Zufrieden machten wir uns zurück zum Wohnmobil und wollten uns auf die Abfahrt morgen früh so gegen 5 Uhr vorbereiten. Wir stöberten nochmals durch den einen oder anderen Blog um uns ein wenig vorzubereiten. Alles war uns bekannt: 8 bis 10 Stunden Wanderzeit, 23 Kilometer, viele Höhenmeter und ein Fahrverbot für Wohnmobile zum Wanderparkplatz. WAAAS? Halt Stopp. Womos dürfen nicht zum Wanderparkplatz? Das war uns neu. Dass der Parkplatz 55 (!!!) Franken kostet war uns bewusst, doch wer sagt denn dass man da nicht hin darf? Also stöberten wir weiter und mit gezieltem googeln wurden die Zweifel immer grösser. Womos müssen in Tyssedal parken (34 Franken) und von da an müssen die Passagiere mit dem Bus hin und zurück (für Total 45 Franken). Das war ein Schock. Auf keiner offiziellen Seite wurde auf dieses Verbot hingewiesen, doch in Blogs und Bewertungen stiess man immer wieder darauf. Da gab es nur einen Weg: neben uns steht ein weiteres Womo und die Besitzer werden doch sicherlich das gleiche Ziel haben. Ja haben sie und sie waren sogar beim Tourismusbüro. Mit dem Womo keine Chance da hoch zu fahren. Günstigste Variante: wir lassen das Womo hier in Odda stehen (kostenlos) und fahren mit dem Bus hin und zurück. Total für beide: 55 Franken. Also wirklich das günstigste. Sogar gleich teuer wie ein Parkplatz beim Startpunkt der Wanderung. Einziges Problem: der Bus fährt erst 06:30 und somit werden wir es wohl nicht vor dem grossen Ansturm schaffen. Doch diese Pille müssen wir nun schlucken und können dafür ein klein wenig länger schlafen. Schlaf haben wir nötig, denn morgen wird ein anstrengender Tag.




Mittwoch, 20. Juni 2018

Viele Kilometer und ein ganz spezieller Besuch in Jelsa

Nach der Entscheidung von heute Früh und dem Zwischenpost, machten wir uns wieder an den Rückweg in die Zivilisation. Diese führte uns wieder durch das Gebirge welches mit traumhafter Natur und einer interessanten Tierwelt auf uns wartete. Wir trafen zwar heute keinen Elch an, dafür aber viele Schafe (dieses Mal nicht im Lastwagen) und ein riesiges Schwein. Klingt komisch, ist aber so. Wir begegneten auch noch stehengelassenen Schneemobilen und diversem anderen komischen Zeugs. Doch hauptsächlich befanden wir uns einfach in der Natur und waren eins mit der geschlängelten Strasse.





Nach gut 40 Minuten waren wir wieder gleich weit wie gestern Abend schon und starteten also wirklich in den Tag. Die erste Unterbrechung unserer Fahrt war die Fähre von Hjelmeland nach Nesvik (nicht zu verwechseln mit dem Schokodrink) welche uns in gut 10 Minuten über den Fjord schipperte. Heute mussten wir zum ersten Mal ein paar Münzen mehr bezahlen, da unser Womo zwar auf unter 6 Meter geschätzt wurde, doch mit dem Fahrradträger seien es dann eben auch bei den 5,99 Meter langen Womos über 6 Meter. Hier sind sie anscheinend knallhart. Aber auch so kostete die Überfahrt nicht viel und wir machten uns schon bald wieder auf den Weg den Fjorden und Seen entlang in nördliche Richtung.

Der Regen wurde immer heftiger und wir freuten uns, dass wir den Tag nicht an einem rutschigen Stein verbrachten, sondern einen Fahrtag einziehen durften. Kilometer um Kilometer trieb es uns in den Norden. Nach Erfjord beschlossen wir, einen kleinen Abstecher zu machen. Im Reiseführer wird dieser als Alternative angegeben und es wurde ein schmuckes Dorf versprochen. Nein sogar das idyllischste Dorf Rogalands soll Jelsa sein. Wir machten uns also gespannt auf den Weg.

Die Strasse zu diesem Dorf war schmal. Kreuzen unmöglich und das auch in den Tunnels. Doch viel Verkehr gab es auch nicht und so konnten wir uns ein paar wenige Male an einer Ausweichstelle an den Autos vorbei quetschen. Nach einigem auf und ab fanden wir uns am Parkplatz an der Kirche wieder. Das viele Fahren hat hungrig gemacht und wir machten uns etwas zu Mittag. Dabei beobachteten wir ein Reisecar, welcher eine grosse Gruppe an Leuten an der Kirche absetzte. Wir machten uns kurz darauf auf den Weg durch einen Teil des alten Dorfes, welches durchaus zu gefallen wusste, jedoch auch nicht mehr als jedes andere Dorf hier in Norwegen. Die Häuser waren alt aber gut erhalten – das sah man und die Verzierungen waren vielleicht ein wenig reicher als woanders. Geendet hat dieser Spaziergang am Fjord bei einem Haus. Da hier im Dorf noch immer nicht jeder selber so etwas besitzt, gibt es hier Waschmaschine, Tumbler und eine warme Dusche. Sehr speziell. Wir machten uns zurück zur Kirche wo die grosse Reisegruppe gerade wieder in den Bus stieg und sich herzlich von ihrem Führer, welcher ihnen die Kirche zeigte verabschiedeten.



Dieser Führer sah uns vor der Kirche vorbeischleichen und kam unserer Frage zuvor. Ob wir die Kirche begutachten möchten fragte er uns und uns war noch nicht bewusst was wir gerade für einen Glücksgriff gelandet hatten. Denn die Kirche ist für Besucher generell nicht zugänglich. Der nette, ältere Herr ist aber hier im Dorf aufgewachsen. Vor vielen Jahren. Er ist mittlerweile pensioniert und arbeitete bei einer Bank in Stavanger. Diese Bank machte heute einen Firmenausflug und er organisierte mit der Denkmalpflege einen Besuch für seine ehemaligen Kollegen. Als wirklich rare Ausnahme. Doch nun stand der alte Herr vor uns und auf unsere Frage ob es dann möglich sei die Kirche zu besichtigen meinte er mit einem Lächeln auf den Zähnen: „Eigentlich nein. Aber ich habe hier den Schlüssel“.

Der Mann stellte sich sofort als Christoph vor und bot uns nicht nur den Zugang zu der Kirche sondern auch gleich eine persönliche Führung an. Diese startete er vor der Türe in perfektem Englisch. Als wir kurz darauf in die Kirche eintraten blieben unsere Münder weit offen stehen. Niemals hätten wir hier in diesem kleinen Dorf so eine Kirche erwartet. Die Kirche ist sehr aufwändig gestaltet, mit vielen Holzschnitzereien und Gemälden verziert und bestens erhalten. Christoph erzählte uns von der Kirche welche seit 1650 so hier steht und die Stabkirche von Jelsa ablöste. Zur Zeit des Baus der Kirche gehörte Norwegen noch zum Königreich Dänemark und so ziert auch das königliche Wappen das Kirchenschiff. Doch die Königsfamilie war damals sehr unbeliebt und so wurde ein spezielles Gemälde gefertigt, welches genau über dieses Wappen gehängt werden konnte. Dieses hängt nun aber weiter unten. Man sieht jedoch wie es das Wappen genau verdecken könnte. Die Kirche liegt in der Mitte des riesigen Fjords und war somit damals zentrale Anlaufstelle für Gläubige und eine der wichtigsten Kirchen von Norwegen, als welche sie heute noch gilt und deshalb unter sehr speziellem Schutz steht. 1945 wurde die Kirche zudem komplett in weiss ausgestrichen. Man wollte den Blick der Gemeinde auf Gott und das wesentliche richten. 1955 wurde dieser riesige Fehler erkannt und die Kirche aufwändig in den Originalzustand versetzt. Die Restauration, besonders die der Gemälde, dauerte über 5 Jahre. 1963 erhielt Jelsa eine Strasse. Und auch die Strassen im Umland wurden immer besser ausgebaut. Der Wasserweg verlor an Bedeutung und die grossen Strassen führten weit am Dorf vorbei. Dies führte zur Abwanderung beinahe der gesamten Dorfbevölkerung. Heute leben nicht mehr viele Menschen in dem Dorf. Die Häuser sind nur zur Ferienzeit von ihren Besitzern bewohnt. Dies erklärte uns Christoph bei einem kleinen Rundgang durch das Dorf ehe er sich nach einer Stunde Führung am Parkplatz von uns verabschiedete.



Wir hatten eine Weile bis wir die Eindrücke der wunderschönen und imposanten Kirche, die Freundlichkeit von Christoph uns einfach so zu führen und das Glück diesen Moment erwischt zu haben verarbeitet hatten. Und dann fuhren wir weiter.

An einem riesigen Steinbruch vorbei, immer weiter dem Fjord entlang, schlang sich unsere Strasse gegen Norden nach Sand. Hier besuchten wir das Laksestudio. Dabei handelt es sich um eine Fischtreppe, welche gebaut wurde um den Lachsen die Reise ins Laichgebiet zu erleichtern. Die Lachse, welche hier fast alle um die 7 Kilogramm wiegen, wandern im Mai, was bedeutete, dass wir neben den Bauwerk nicht viel sichteten. Der grösste hier je gefangene Lachs war übrigens 34 Kilo schwer und es dauerte 12 Stunden um ihn an Land zu ziehen. Er zog das Boot mit den Fischern mehrere Kilometer in den Fjord.

Nach einigen Kilometern in südlicher Richtung und der Besichtigung der einzigen Salzwasserschleuse Norwegens (war relativ langweilig, klein und wie jede andere Schleuse auch die hier ja zu tausenden herumstehen) kamen wir an unserem Tagesziel an. Hier in New York stehen wir nun in der Upper Bay des Hudson Rivers, schauen auf die Freiheitsstatue und kochen unser Nachtessen. Immerhin die Freiheitsstatue steht hier an unserem Übernachtungsort wirklich – weshalb erfahrt ihr morgen.

Der letzte Anlauf zur Mission Kjeragbolten (Zwischenpost)

Ja irgendwie kommt es bei uns in letzter Zeit immer komplett anders heraus als geplant. So auch gestern, nachdem der Blogeintrag verfasst und online gestellt war. Die Idee des Kjeragbolten liess uns irgendwie eben doch nicht los und wo ein Wille ist, ist bekanntlich auch ein Weg. Wir fanden einen nahen Fährhafen mit Parkplatz, wo wir unser Womo stehen lassen könnten und als Fussgänger nach Lysebotn und von dort aus mit einem Taxi zum Start der Wanderung. Der Preis dieser Reise: knappe 100 Franken für uns beide. Und der Fährhafen ist gerade 40 Minuten entfernt. Ich war noch am Heraussuchen der letzten Infos, als Melanie schon alles zusammenpackte und uns bereit zur Abfahrt machte.

Wir entschlossen uns also dorthin zu fahren und dort morgen früh zu sehen wie das Wetter ist. Die Hoffnung war gering, da der Wetterbericht nichts gutes verhiess. Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Es war schon nach 22 Uhr doch die Sonne stand noch am Himmel hinter den Wolken. Dadurch war die Fahrt durch die Berglandschaft wie bei Tage. Und sie war ein Traum. Eine komplett einsame Landschaft, nur eine kleine Strasse, welche sich über die Wiesen schlängelt und keine Menschenseele. Auch kein Auto trafen wir an. Dafür stand da nach einer Kurve plötzlich ein Reiter. Nein halt – auf dem Pferd sitzt ja gar niemand. Beim nächsten Gedankengang war uns dann auch klar, was da vor uns auf der Strasse stand. Ein Elch. Unser erster Elch (in freier Wildbahn) auf unserer Reise durch den Norden. Er war leider zu schnell weg um ihn zu fotografieren und wir sahen ihn nur noch im Gebüsch verschwinden. Aber ein wirklich spezieller Moment, wenn man dieses riesige Wildtier dann wirklich einmal in der Natur antrifft. Ein paar Serpentinen später waren wir auch schon am Ende der Strasse angelangt. Ein kleiner Teerplatz und die Anlegestelle war alles, was es da gab. Und ein Womo, welches doch auch schon dort stand. Die Fähre legt hier immer 06:35 ab, nun war 23:15 – heisst schlafen.

Heute Früh standen wir bei Zeiten auf. Schafe schienen unser Womo umringt zu haben, rufen laut in die morgendliche Landschaft und klingeln mit ihren Glocken. Ganz so idyllisch war es beim Blick aus dem Fenster dann doch nicht – ein Lastwagen voller Schafe stand da und wartete auf die Fähre. Ein Blick auf den Kjerag auf der anderen Seite des Lysefjords verhiess nichts Gutes. Der Berg war in Nebel gehüllt, es regnete schon wieder und die Temperaturen waren schon hier unten relativ tief. Der Wetterbericht hatte sich auch nicht verbessert und meldete 100% Niederschlagswahrscheinlichkeit und über 4 Liter pro Quadratmeter. Der Kjeragbolten gilt allgemein als der gefährlichste Fotopunkt der Welt (obwohl noch kein Unfall registriert wurde), besitzt eine Fläche von einem knappen Quadratmeter, neben dem es über 1000 Meter in die Tiefe geht. Der Zugang erfolgt via einem 30cm Felsvorsprung von welchem man mit einem letzten Sprung auf dem Stein landet. Dieses Vorgehen ist uns bei Nässe und eventuell auch noch Wind definitiv zu gefährlich. Ja und so legten wir uns nochmals eine Stunde hin, machten Frühstück und fuhren wieder davon. Gelohnt hat sich der Ausflug trotzdem sehr. Die Fahrt und der erste Elch werden uns sicherlich in Erinnerung bleiben.

Hier noch ein paar Fotos des Kjeragbolten aus der Google Bildergalerie, damit ihr auch wisst, wovon wir reden.





Dienstag, 19. Juni 2018

Preikestolen

Ja das mit dem frühen zu Bett gehen hat auch gestern wieder einmal nicht funktioniert. Schuld war dieses Mal mein Buch, das nach 250 Seiten sich genau gestern dazu entschloss, doch noch sehr spannend zu werden. Irgendwann siegte die Vernunft aber doch noch und wir löschten das Licht und zogen ins Land der Träume. Lange sollte der Besuch dort aber nicht dauern. Wir erwachten gegen 3 Uhr in der Nacht, weil jemand an unserem Womo rüttelte. Es war der Wind, oder eher schon der Sturm. Ein Blick nach draussen zeigte, dass sich die Sträucher bis zum Boden bogen und auch in den anderen Womos brannte Licht. Unglaublich wie der Wind peitschte und die Wassertropfen des Regens an die Aussenhaut unseres Wohnmobils schmetterte. Es war einem teilweise schon fast ein wenig mulmig. Das Meer, welches an der Stelle in einer Art Bucht lag, war immerhin genauso ruhig wie am Abend vor dem Wind. Und ein Umstellen des Fahrzeuges erschien uns bei dem Wind als noch gefährlicher. Nach etwa 30 Minuten war der Spuk vorbei, alle Womos noch an ihrem Ort und das Licht wurde nach und nach bei allen wieder gelöscht. So auch bei uns.

Um 06:00 klingelte erbarmungslos der Wecker. Doch der Regen prasselte unaufhörlich auf das blecherne Dach. Wir entschlossen uns den Wecker um eine Stunde nach hinten zu verschieben und ich war darüber auch gar nicht so böse. Um 7 Uhr dasselbe Spiel und auch um 8 Uhr war es keinen Deut besser. So war es eben doch schon 9 Uhr als wir uns aus den Federn wagten und uns an den Frühstückstisch setzten. Den Anderen schien es gleich zu ergehen und erst jetzt begannen die Fahrzeuge nach und nach den Platz zu verlassen. Wir checkten nochmals das Wetter und entdeckten, dass der Nachmittag besser wird. Nicht gut, aber besser.

Beinahe 12 Uhr war es, als wir den Parkplatz des Preikestolen erreichten. In unserem Reiseführer wurden wir schon vorgewarnt, dass der Parkplatz (unabhängig von der Dauer) 150NOK (um die 17 Franken) kostet. Vor Ort waren die 150 auf dem Schild aber überklebt und durch ein 200NOK (23 Franken) ersetzt worden. Ja auch die Norweger wissen wo man das Geld holen kann. Geboten kriegt man dann eigentlich nichts ausser einem schiefen Kiesplatz, auf dem die Womos immerhin einen separaten Bereich haben, jedoch spätestens bis Mitternacht verschwunden sein müssen.

Das Wetter hielt sich nicht genau an die 12Uhr-Marke und wir machten es unseren Parkplatznachbarn gleich und warteten noch ein wenig im Womo. Den gröbsten Regen überbrückten wir so mit Kaffee und lesen. Doch um 12:40 ging es dann endlich los. Der Regen liess nach und wir stürzten uns auf die Wanderung zum Preikestolen. Ja diese Sehenswürdigkeit muss man sich erarbeiten. 2 Stunden dauert der Weg zu der Felskanzel und es handelt sich dabei um eine Gebirgswanderung. Nichts von einer geteerten Fussgängerautobahn oder schönen Treppen. Über Stock und Stein kämpft man sich über 300 Höhenmeter und 4 Kilometer zum Brocken. 





Wir waren gut dabei und kamen auch sehr gut vorwärts. Wir waren aber auch gut ausgerüstet. Gebirgswanderschuhe, Regenjacke, Regenhose, Rucksack. Was wir an Leuten überholten und was uns entgegen kam, liess uns nur den Kopf schütteln. Touristen in Jeans (sind super wenn sie nass sind), Regenponchos (die günstigen zum Überwerfen), Turnschuhen, leichten Stoffschuhen und sogar ohne Jacke. Alles war hier wieder einmal unterwegs. Auch wie die Leute manchmal über die kleinsten Felsblöcke auf allen Vieren umher kriechen lässt vermuten, dass dies der erste Kontakt mit der Natur ist. Wir finden es jedenfalls super, dass hier noch keine Seilbahn hochfährt und jeder sich den Preikestolen erkämpfen muss. Genau eine Stunde und fünf Minuten nach Abmarsch wanderten wir über eine Kuppe und blieben abrupt stehen. Vor uns ging es ziemlich gerade hinunter bis zum Lisefjord und ein bisschen weiter rechts erblickten wir unser Ziel. Und das in der Hälfte der angegebenen Zeit.



Wir waren überwältigt. Über 600 Meter geht es hier senkrecht hinunter, bis Wasser der vielen Luft ein Ende setzt. Unbeschreiblich. Plötzlich wird der Weg immer enger (nur im Kopf) und der Schwerpunkt des Körpers verlagert sich wieder ungemein. Mein Gefühl hatte mehr Schräglage als an manchem Sonntagmorgen wenn ich gegen 2 Uhr nach Hause laufe. Doch wir schafften es auf die Plattform, wo sich diverse Leute schon aufhielten. Trotz des Wetters fanden auch heute riesige Menschenmassen zum Preikestolen. Dies spiegelte jedoch auch unsere Erwartung anhand der Menschenschlange welche sich über den Weg bis hierhin zog. Trotzdem konnten wir relativ gut und ungestört Fotos schiessen, den Blick in die unglaubliche Tiefe wagen und gemütlich unsere Brote verspeisen.



Ja der Preikestolen ist eine grosse Nummer. Wir dachten uns, dass man, hat man wie wir die Cliffs of Moher in Irland schon gesehen, hier in etwa dasselbe erwarten kann. Doch der Preikestolen ist ganz anders. Wirklich wie aus dem Fels gehauen steht die ebene Plattform da und es geht wirklich senkrecht nach unten. Noch nie habe ich so eine Höhe erlebt und gespürt.

Kurz nach dem Essen und dem Schiessen der Fotos zog Nebel auf und der Regen, welcher uns bisher nur ganz ganz leicht ab und zu berieselt hatte, setzte ein. Er sollte die erste Hälfte des Abstiegs unsere Jacken langsam durchnässen und uns fror es auch ein wenig. Wir waren auch innen nass – jedoch eher vom Schwitzen beim Aufstieg. Der Abstieg war dann in derselben Zeit geschafft, sodass wir in den angegebenen 2 Stunden für den Aufstieg gleich auch noch den Abstieg schafften. Kurz vor erreichen des Womos schüttete es nochmals richtig um unsere mittlerweile nur noch feuchten Klamotten nochmals richtig zu durchnässen. So wurde eben alles ins Bad, unsere Trockenkammer, gehängt und die Heizung ordentlich aufgedreht.

Wir nutzten das Wifi am Parkplatz um uns noch ein wenig über die geplante (oder eben noch nicht geplante, also eher gewünschte) Reise zum Kjeragbolten zu informieren. Leider wird das Wetter die restliche Woche nicht besser. Diese 6 Stundenwanderung mit 800 Höhenmetern und sehr schwierigem Terrain macht dieser Umstand doch zu einem eher riskanten Unternehmen. Da auch die Fähre hin und zurück (oder der Bus aus Stavanger) mit ca. 300 Franken zu Buche schlagen würde, ist es auch noch ein teurer Ausflug. Und wenn wir dann wetterbedingt nicht zu diesem berühmten Stein vordringen können, wäre dies ein teurer Flop. Wir haben bereits so viele tolle Dinge gesehen und haben noch so vieles vor uns, dass wir auch einmal etwas auslassen können. Alles kann man sowieso nicht besuchen. Wo kämen wir denn hin, würden wir jeden schönen und speziellen Ort in Norwegen besuchen. Und wer weiss... vielleicht kommen wir ja wieder und dann brauchen wir ja auch noch was um uns zu freuen.

Wir machten uns danach also auf den Weg runter vom Berg. Wir wollten noch ein wenig in Richtung Norden fahren. Nicht weit aber ein wenig. Denn hier auf dem Parkplatz darf man auch für 23 Franken nicht übernachten und der Kiesplatz am Ende der Stichstrasse nennt sich Camping und nimmt einem pro Nacht wohl ungefähr das Doppelte ab. Wofür die Leute das bezahlen wo man doch in Norwegen fast überall übernachten darf? Wir wissen es nicht.

Nur ein paar Kilometer weiter machten wir nochmals einen kurzen Halt an der Hauptstrasse. Nur ein paar Schritte entfernt konnte man wieder antike Felsritzungen betrachten. Melanie bekommt beim Anblick dieser schon lange kein Herzklopfen mehr. Ja okay – ich auch nicht. Aber die hier waren so nahe an der Route und versprachen ausnahmsweise ein paar andere Motive als die bekannten Schiffe und Menschen von weiter südlich. Naja – so prickelnd waren dann auch die neuen Sujets nicht und wir machten uns bald auf den weiteren Weg. Dieser endete nach wiederum 30 Minuten Fahrt an einem wundervollen See. Hier stehen wir umsonst mit Seesicht auf dem grünen Rasen und geniessen die Sonne, welche sich heute zum ersten Mal durch ein klitzekleines Loch in den Wolken zeigt. Unser Nachbar im Westen könnte auch in der Heimat beinahe unser Nachbar sein. Das Nummernschild ist schwarz und ist mit dem Wappen des Fürstentums Lichtenstein geschmückt. Hier bleiben wir nun und hoffen auf eine weniger stürmische Nacht.